Dein Guide für die erste Pilates-Stunde auf dem Reformer
- Marina M.

- 14. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. März
Du hast dich für deine erste Pilates-Stunde auf dem Reformer angemeldet und fragst dich nun, was auf dich zukommt? Ich kenne dieses Gefühl. Ich war aufgeregt - aber auch unsicher. Denn auch wenn ich Sport liebe, brauche ich manchmal etwas länger, um neue Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Das hatte ich schon beim Tanzunterricht gemerkt. Was, wenn ich nicht sofort alles verstehe? Was, wenn alle anderen schon wissen, was sie tun - und ich nicht? In diesem Artikel teile ich, was mich in meiner ersten Stunde wirklich erwartet hat - und wie du dich am besten vorbereitest.

Die Einführungsklasse (erste Reformer Stunde) ist ein Muss
Vor deiner ersten regulären Pilates-Stunde steht normalerweise eine Einführungsklasse. In dieser Klasse wird nahezu jede wichtige Information zum Umgang mit dem Reformer erklärt und du bekommst die Chance, ein paar Übungen auszuprobieren. Diese Stunde ist absolut essenziell, um sicher auf dem Reformer zu trainieren und das Beste aus der ersten regulären Stunde herauszuholen.
Je nach Studio werden Pilates-Einführungsklassen entweder als ein Extra-Kurs angeboten oder du bekommst eine Einweisung im Rahmen einer verlängerten regulären Stunde (30 Minuten Einführung + 60 Minuten Training). Alternativ musst du ein Personal Training buchen, bevor du zu einem Gruppenkurs zugelassen wirst.
In manchen Studios kannst du keine reguläre Stunde ohne die Einführungsklasse buchen. Die Einführung in den Reformer hilft dabei, dich sicher und selbstbewusst zu fühlen, bevor der eigentliche Unterricht beginnt. Und auch das Studio kann dadurch besseren und effizienteren Unterricht anbieten, wenn alle TeilnehmerInnen ihre Geräte selbst einstellen können und die Begriffe gut beherrschen.
Das lernst du in deiner ersten Pilates-Reformer Stunde
In deiner Einführungsstunde lernst du, wie du dich kleidest, wie das Reformer-Gerät aufgebaut ist, wie du das Gerät an deine Bedürfnisse anpasst und wie du die Übungen ausführst.
Die Vorbereitung fängt schon bei der Kleidung an. Bei einer Reformer-Stunde ist enge Kleidung immer die beste Wahl. Zudem sollst du auf jegliche Kleidungsstücke mit Nieten und Reißverschlüssen verzichten. Weite oder verzierte Kleidungsstücke können sich in den Reformer verheddern, unter deinem Rücken klemmen, beim Armtraining im Weg sein oder das Gerät beschädigen.
Außerdem benötigst du Grippsocken (auch bekannt als Anti-Rutsch-Socken/Pilatesocken). Sie verhindern, dass dein Fuß von den Gurten oder der Fußstange rutscht. Ein Ausrutschen kann sehr unangenehm sein und in einigen Fällen Verletzungen verursachen. Manche Studios verlangen zudem, dass ein spezieller Reformer-Cover mitgebracht wird.
Du lernst den Aufbau des Reformers kennen. Dieses ausgeklügelte Gerät mit seinem Schlitten, den Federn, Seilen und Rollen mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken. Es ist jedoch so konzipiert, dass es ein vielseitiges und anpassbares Training ermöglicht. Bitte beachte, dass sich der Aufbau je nach Hersteller leicht unterscheiden kann.

Deine TrainerInnen werden dir zeigen, wie du die Federstange auf deine Körpergröße (und vor allem Beinlänge) sowie die Federn auf dein Fitnesslevel anpassen kannst.
Nachdem die „logistischen“ Fragen geklärt sind, führen die KursleiterInnen die ersten einfachen Übungen vor. Die Klassen sind in der Regel klein, sodass die TrainerInnen dich individuell anleiten können. Zögere also nicht, Fragen zu stellen oder um zusätzliche Anleitung zu bitten. Deine TrainerInnen sind da, um dir zu helfen und sicherzustellen, dass du die Maschine richtig und sicher bedienst.
Dazu kommt: Bei manchen Übungen liegt man so, dass man die Trainerin gar nicht sehen kann. Man hört nur ihre Stimme. Für mich war das eine kleine Lektion im Vertrauen. Nicht alles kontrollieren können. Einfach zuhören. Den eigenen Körper spüren, statt ihn nur zu beobachten.
Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, als mir die Trainerin zum ersten Mal die Einstellungen erklärt hat. Welches Loch? Welche Feder? Wie viel Spannung? Welche Kopfstützen-Position?Ich war schlicht überfordert. Und das Tückische: Vor jeder neuen Stunde muss man das Gerät selbst auf die eigenen Maße einstellen. Man muss sich also merken, in welches Loch der Schlitten einhakt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber wenn du gleichzeitig versuchst, die Übungen zu verstehen und der Trainerin zuzuhören, fühlt es sich anfangs wie Multitasking auf einem wackeligen Fundament an.
Mein Tipp: Notiere dir deine persönliche Einstellung auf dem Handy, damit du beim nächsten Mal schnell und sicher in den Unterricht starten kannst.
Diese Reformer-Begriffe solltest du kennen
Der Pilates Reformer wurde ursprünglich 1925 von Joseph zum Patent angemeldet. Das patentierte Prinzip hat sich seitdem kaum verändert, obwohl sich der Stil, die Produktionsmethoden und die Mechanik im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. Es gibt unterschiedliche Hersteller von Reformer-Geräten, z. B. Balanced Body, Gratz oder Merrithew. Sie alle nutzen jedoch gleiche oder ähnliche Bezeichnungen für die Reformer-Bauteile.
Deutscher Begriff | Englischer Begriff |
Wagen/Schlitten | Carriage |
Fußstange | Footbar |
Rahmen | Frame |
Federn | Springs |
Federstange | Gearbar |
Seile | Ropes |
Seilrolle | Pulley |
Schlaufen | Straps |
Kopfstütze | Head Rest |
Schulterpolster | Shoulder Blocks |
Reformer Box | Reformer Box |
Standpolster | Standing Platform |
Ein neues »Körpergefühl« auf dem Reformer
Es ist völlig normal, dass die Bewegungen und die Handhabung des Reformers anfangs etwas ungewohnt sind. Du wirst auch feststellen, dass du bisher wenig beanspruchte Muskeln auf eine Weise ansprichst, die für deinen Körper neu ist. Mach dir klar, dass du dich mit der Zeit an diese Bewegungen gewöhnen wirst und sie dann ganz natürlich ablaufen.
Der Schlitten des Reformers, auf dem du liegst, bewegt sich. Das kann für manche AnfängerInnen zuerst etwas verwirrend sein. Aber keine Sorge, du bist diejenige, die die Kontrolle hat. Der Reformer ist nicht elektrisch betrieben, er bewegt sich nur, wenn du dich bewegst. Wenn es dir zu viel wird, kannst du jederzeit langsamer machen oder eine kleine Pause einlegen.
Die Federn am Reformer repräsentieren verschiedene Spannungsniveaus, welche die Schwierigkeit der Übungen und Bewegungen erhöhen oder verringern können. Während des Trainings wirst du gegebenenfalls die Federn an die aktuelle Übung anpassen müssen. Folge dabei immer den Anweisungen der TrainerInnen, denn eine geringe Federspannung bedeutet nicht immer, dass die Übung einfacher wird. Versuche dich stets an das Unterrichtstempo zu halten, und höre den Anweisungen genau zu. Falsche Bewegungen können zu Verletzungen führen.
In weiteren Reformer-Stunden solltest du dann du eine breite Palette von Übungen mit verschiedenen Optionen und in Positionen lernen, darunter:
Liegend
Sitzend
Stehend
Auf der Fußstange schwebend
An den Fußschlaufen ziehend
Schieben der Fußstage
Auf den Schulterblöcken sitzend
Seitlich
Mit zusätzlicher Ausrüstung

Ich empfehle, dass du dich zunächst mit dem Matten-Training vertraut machst. Dies wird dir helfen, die Grundprinzipien der Pilates-Methode gleich anzuwenden und dich voll auf das Reformer Training zu konzentrieren.
Das Gute am Pilates-Training ist die Anpassung für jedes Fitness-Level. Selbst wenn du absoluter Neuling bist, traue dich, eine Stunde im Studio deines Vertrauens zu buchen. Denn Reformer-Pilates hat mir mehr gegeben als einen stärkeren Core. Es hat mir gezeigt, was passiert, wenn ich dem neuen Training mit Offenheit begegne und einfach meinem Körper zuhöre. Das allein war den ersten Kurs wert.


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